Influencer

Influencer haben meist ein paar tausend Follower, Abonnenten oder Freunde auf Sozialen Netzwerken wie Youtube, Instagram oder Facebook. Die richtig großen bringen es sogar auf ein Millionenpublikum. So vielen Menschen muss auch etwas geboten werden: Lifehacks, Tutorials oder Geschichten aus dem Privatleben, Let’s Plays, Schminktipps oder Pranks – so vielfältig wie die Interessen der User ist das Angebot der Influencer. Doch neben der Zufriedenheit der Community geht es den “Beeinflussern” noch um etwas anderes: Geld.

 Do you like me?

Die Medienbande hat eine Vorauswahl von 8 Influencerngetroffen und ist in einer Mittagspause auf den Schulhof gegangen, um die Schüler der STSN um eine kleine Abstimmung per “Daumenprobe” zu bitten. Mit zwei Stempeln konnten sie unsere Influencer “liken” oder “disliken”. Die Aktion war ein voller Erfolg!

 Influencer unter der Lupe

Nach der Auswertung haben wir uns dazu entschieden, Julien Bam und Lina Larissa Strahl (mit den meisten und wenigsten Likes), sowie Paluten und Bibi auszuwählen, um möglichst verschiedene Influencer untersuchen zu können. Dann haben wir uns die Profile dieser Influencer etwas genauer angeschaut, um sie etwas besser kennenzulernen.

Julien Bam

Julien Zheng Zheng Kho Budorovits (Julien Bam) ist einer der erfolgsreichsten Youtuber/Influencer Deutschlands mit über 5.000.000 Abonnenten. Bei der Umfrage der Plaktegruppe hat er mit 133 Likes fast doppelt so viele Likes bekommen, wie alle anderen Youtuber. Was macht ihn so erfolgreich?
Julien lädt wöchentlich neue Videos hoch wie z.b. Musikvideos ,Trickshots ,Fragen & Antworten und vieles mehr. Jedes Video ist sehr professionell: Julien gibt sich sehr viel Mühe und dreht manche Videos mehrmals, bis ihm eins gefällt. Er hat ein großes Team, das ihn bei seinen Videos unterstützt, zum Beispiel beim Schneiden und Filmen. Am beliebtesten ist sein Video „Julien Bam-Everyday Suturday (Parodie)“ mit über 25.000.000 Clicks. Sein ganzer Kanal hat über 1.045.867.622 Clicks.

“Weil es das einzige Haarspray ist, das einem Backflip standhält”

Julien macht nur Werbung für Produkte, die er mag, wie zum Beispiel Fanta. Die Haarspray Marke “got to be” von Schwartzkopf ist ein anderes Beispiel. Er hat das Haarspray schon immer benutzt und fand es gut und macht deswegen Werbung dafür. Das macht Julien Bam sehr glaubwürdig, sodass ihm viele vertrauen, die sich seine Videos anschauen.

“Ich warte auf eure Kommentare und hoffe, dass euch das Video genauso gut gefällt wie mir, wenn ich auf upload gedrückt habe”

Er ist immer sehr ehrlich. Er hat zum Beispiel ein Video hochgeladen, in dem er genau nachrechnet, wie viel er im Monat verdient und ausgibt und wie viel Steuern er zahlt. Das machen nicht viele andere Youtuber. Julien spricht vernünftig mit seinen Zuschauern und ist sehr witzig. Julien bedankt sich oft bei seinen Followern und lobt sie. Darum denken viele Zuschauer, dass er ein gutes Vorbild ist. Deswegen hat Julien Bam so viel Erfolg.

Lina Larissa Strahl

Linas Karriere begann im Frühjahr 2013, als sie bei der Fernsehsendung “dein Song” auf Kika zur Nachwuchssongwriterin des Jahres gewählt wurde. Ihre Single “freakin out” war so erfolgreich, dass sie auch bei TV-Total oder mit Helene Fischer auftreten durfte. In diesem Jahr bekam sie die Hauptrolle von Bibi Blocksberg im Film Bibi und Tina. Auf Youtube zeigt sie hauptsächlich ihre Musikvideos und Unboxing-Videos von ihrer Deluxe Box. Auf Instagram lässt sie ihre Fans auch an ihrem Leben teilhaben und postet Storys über ihren Alltag.

“Ich mache total gerne was ich mache!”

Lina ist offen und immer gut gelaunt und ist im Internet so wie im echten Leben. Sie ist ehrlich und cool und man merkt, dass sie Spaß hat. Lina hat ein paar sehr treue Fans, die zu allen ihren Konzerten und Autogrammstunden gehen und unter ihren Videos regelmäßig posten. Viele Fans sehen ein gutes Vorbild in Lina. Lina nimmt sich Zeit für ihre Fans und beantwortet Fanfragen im “Fanfragen Friday” und macht Gewinnspiele bei Instagram und Facebook, bei denen man ihre Alben gewinnen kann.

“Ich mache mich mit euch auf die Suche um herauszufinden, wie dieser Füller hergestellt wird”

Für einen Füller aus der Deluxe Box, hat sie ein Video in der Fabrik gemacht. Bei diesem Video hat sie klar gezeigt, dass es sich um Werbung handelt. Zusammen mit ihrer Schauspielkollegin aus Bibi und Tina Lisa Marie Koroll hat sie Fernsehwerbung für Nintendo gemacht. Bei www.emso.de kann man ihren eigenen Merch bestellen, dazu gehören Pullover, T-shirts, Armbänder, Kissen und Tassen.

Paluten

Patrick Mayer aka Paluten ist ein Deutscher aus Hamburg stammender Influencer/Youtuber der vor 6 Jahren anfing, täglich Games wie Happy Wheels, Call of Duty, Need for Speed, und Minecraft zu spielen und die Videos auf seinem YT Kanal hochzuladen. Neben seinen Let’s Plays macht er oft Roomtouren durch sein “Ufo” oder “unboxing-Videos” auf Youtube. Er hat die “Freedom Squad” mit anderen Youtubern zusammen, mit denen er zusammen Videos macht und deren Produkte er über einen Shop verkauft. In den Videos wirkt Paluten immer cool und lebendig. Er wirkt sehr kinderfreundlich, weil er sehr häufig seine Stimme lustig verstellt oder eigene Begriffe wie “Schnissel” benutzt. Außerdem hat er sein Maskottchen Edgar oder General Dieter.

“Die Jungs von Sky sind mal wieder auf mich zugekommen”

Paluten macht sehr oft Werbung für verschiedene Produkte, die er meistens auch kennzeichnet. Ein Beispiel ist eine Kooperation mit Sky: Um neue Angebote von Sky vorzustellen hat er sich einen Bus in Fernbus-Simulator gebaut, der das Sky-Logo zeigt und den er SKY Party Bus nennt. Wenn er damit herumfährt, erzählt er dem Zuschauer, wie er ein Sky Abo abschließen kann und wie billig es ist (“Da bekommst du keinen Cheeseburger für”). Ein Link zu Sky hat er unter dem Video eingeblendet. Er sagt aber nicht, dass man bei Sky Abos erst ab 18 abschließen darf.

“Das ist kein Placement, das sind einfach nette Geschenke, die mir gemacht wurden.”

Paluten macht oft “unboxing-Videos” in denen er Geschenke an ihn auspackt, wie ein Nintendo oder einen Trainingsanzug von Adidas. Er sagt dann klar, dass er kein Geld für das Video bekommt, sondern nur die Geschenke behalten darf. Aber er stellt die Geschenke immer sehr positiv dar. Hierdurch beeinflusst er die Zuschauer zum kaufen.

Bibis Beauty Palace

Bibi ist eine sehr erfolgreiche YouTuberin und hat mittlerweile 5.461.534 Abonnenten. Bei der Befragung auf dem Schulhof hat sie fast genauso viele likes wie dislikes bekommen. Bibi hat eine eigene Marke mit dem Namen Bilou (Bibi loves you), die sie in vielen Drogeriemärkten und über ihren Shop verkauft. Bibi hat am 28.11.2012 mit YouTube begonnen. Am Anfang unterhielt sie ihre Zuschauer mit Kosmetik und Mode, sie stellte Kosmetikprodukte und Kleidung vor und sie gab Schminkanleitungen und Modetipps, doch jetzt unterhält sie ihre Zuschauer mit Vlogs und manchmal Pranks. Mit ihrem Kanal gewann sie 2014 den Play Award. Auf Instagram hat sie jetzt schon 6,2 Millionen Follower und auf Twitter 2,08 Millionen Follower.

“Ich weiß nicht wo du wohnst, aber ich würde dich gerne kennenlernen und treffen”

Bibi ist für viele Menschen sympathisch, weil sie sie ganz nah an sich dran lässt: Sie dreht die meisten Vlogs in ihrem Schlafzimmer, redet viel über ihre Schwangerschaft, beantwortet Fanfragen persönlich, zeigt ihren Kleiderschrank und sie macht Fanbesuche. Bibi wirkt immer glücklich und lacht in jedem Video. Das macht sie sympathisch für viele Fans. Viele Fans fühlen sich von Bibi geliebt, so wie es ihre Marke Bilou auch ausdrückt und wollen auch so sein wie sie. Darum kaufen viele Bibi Fans ihren Duschschaum und ihre Kleidung, oder lassen sich sogar ihr Gesicht tätowieren.

“Ab heute gibt es endlich wieder neue Bilou Produkte”

Wenn Bibi Werbung macht, wirkt sie sehr aufgeregt und gibt ihr bestes ihre Zuschauer zu überzeugen. Manchmal macht sie versteckte Werbung, wenn sie ein Produkt sehr lobt und den Zuschauern sagt, dass es gut ist.

Bibi umgibt sich oft mit anderen Stars und interviewt sie, wie z.B. die Musiker Jason Marulo, Zara Larsson, One Direction, Ed Sheeran und Miley Cyrus. Sie hat sogar einen eigenen Song am 05.05.2017 heraus gebracht, der ist bei den Fans aber nicht so gut angekommen.

 Werden auch wir beeinflusst?

Die Medienban.de wollte das Thema noch etwas genauer untersuchen und einen Fragebogen entwickelt, der im gesamten 7ten Jahrgang unserer Schule verteilt wurde. Insgesamt haben wir 164 Mitschüler befragt und insgesamt fast 5000 Antworten mit Excel ausgewertet. 85% aller Befragten folgen Influencern auf so unterschiedlichen Kanälen wie Youtube, Instagram oder Twitch Im Durchschnitt folgt jede/r dieser Befragten 10 Influencern regelmäßig und verbringt in der Woche ca. 8 Stunden mit ihnen. Die Befragten interessieren sich vorallem für Gaming und Lifestyle, dicht gefolgt von Beauty und Comedy.

Nur 34% aller Befragten gaben an, dass ihre Eltern wissen, welchen Influencern sie folgen und nur die Hälfte findet das gut. Das liegt daran, dass sich die Eltern nicht dafür interessieren und es ihnen egal ist (12), dass es sie einfach nichts angeht (14), oder dass sie davon sowieso keine Ahnung haben (4).

Ca. 1/2 aller Befragten hat schon mal schlechte Erfahrungen mit Influencern gemacht: Sie waren unehrlich (41), haben ihr Interessen an der Community nur vorgegeben (13), haben Schleichwerbung gemacht oder sogar für gefährliche Produkte wie Abmagerpillen oder gefälschte Schuhe Werbung gemacht (25).

Trotzdem gelten Influencer bei einigen der Befragten als richtige Stars (10) und gute Vorbilder (28), sind manchen genau so wichtig wie richtige Freunde (6) oder sogar wichtiger als die eigene Familie (2). Influencer machen dabei ihrem Namen alle Ehre und beeinflussen. welche Hobbys die Befragten haben (12), wie sie sich gegenüber anderen verhalten (18), was sie sich kaufen (39) und was sie anziehen (15).

Der siebte Jahrgang der StsN kennt sich also ziemlich gut aus mit Influencern und viele scheinen sich auch der Gefahren bewusst zu sein, die von dieser Beeinflussung ausgehen können. Sie können ziemlich gut unterscheiden zwischen “richtigen” Freunden und den Stars des Webs, holen sich Tips bei ihnen oder nutzen sie zum Zeitvertreib. Ist alles also halb so schlimm, wie die Erwachsenen immer sagen?

 Ein Interview über Interviews

Die Medienbande wollte herausfinden, wie Erwachsene über Influencer denken und hat dafür Passanten in Niendorf befragt. Um aber überhaupt zu wissen, wie wir bei so einer Umfrage vorgehen müssen, haben wir  Frau Landgrebe interviewt – eine Expertin, wenn es darum geht, neugierig zu sein.

MB: Frau Landgrebe, wieso sind sie Journalistin geworden?
L: Ich hatte immer den Traum, irgendwann einmal als Reporterin zu arbeiten, weil ich gerne spannende Geschichten erzählen wollte. Außerdem kann man als Journalistin Menschen treffen, denen man sonst nie im Leben begegnen würde.

MB: Was mögen Sie an ihrer Arbeit am meisten?
L: Ich bin sehr neugierig und mag es, etwas über Menschen zu erfahren, von dem ich vorher noch keine Ahnung hatte und das für die meisten anderen ebenfalls eine Neuigkeit ist. Wenn ich etwas aus ihnen herauskitzeln kann, wie z.B. eine Rolle in einem neuen Kinofilm oder eine Schwangerschaft, von der noch niemand weiß, finde ich das richtig klasse.

MB: Haben Sie Tipps, wie man ein gutes Interview führen kann?
L:  Recherchiere gründlich und trage alle Information zusammen. Wenn du eine Frage stellst, achte darauf, dass sie offen ist. Fragen, auf die man mit “Ja” oder “Nein” antworten kann, sind ungeeignet. Vereinbare ein persönliches Treffen oder einen Skype/Telefontermin mit der Person, die Du interviewen willst. Interviews über Mail sind ungeeignet, weil da nicht so viel Spielraum für spontane Nachfragen ist. Frage die Person, ob du das Interview aufzeichnen kannst. Am besten stellst du das Handy  lautlos damit du nicht gestört wirst. Und das Wichtigste: Stelle Nachragen, höre deinem Gegenüber gut zu, bleib immer freundlich und sei mutig, wirklich alles zu fragen, was du wissen willst.

MB: Was mögen sie nicht an Interviews?
L: Was ich gar nicht mag, ist das Abtippen von Interviews; da muss man sich alles anhören und das nervt manchmal und dauert lange. Außerdem mag ich Gruppeninterviews nicht so gern, weil ich manchmal nicht dazu komme, all meine Fragen zu stellen.

 Ein Grippevirus für Erwachsene

Die meisten der Befragten wussten tatsächlich, was Influencer sind und wie sie ihr Geld verdienen. Einige wussten aber nicht so gut bescheid.

“Influencer sind sehr aktiv auf Instagram, Twitter und so weiter. Sie testen Produkte, fahren und reisen um die Welt, ziehen Klamotten an und probieren Make-up und Dinge die andere Leute cool finden.”
“Kinder suchen nach Idolen, Leute an denen sie sich orientieren können, nach coolen neuen Sachen und Dingen die sie toll finden. Und das ist o.k.”
“Früher hab ich die Bravo gelesen, ich denke das ist ungefähr vergleichbar. Mit Styling und Friseur-Tipps, und Sachen die man kaufen kann.”
“Wissen Sie was ein Influencer ist?” – “Jaaaa! Ein Grippevirus!”
“Ich habe mich nie beeinflussen lassen. Von Niemandem!”
“Ich fände es nicht gut, wenn meine Kinder Influencer werden und anderen irgendwas andrehen. Ist schon schlimm genug, dass sie jetzt schon den ganzen Tag im Internet surfen.”

 Ratschläge der Medienbande

Die Medienban.de hat bei ihren Recherchen mit dem Fragebogen, der Umfrage und der Untersuchung von Influencern und der Plakataktion herausgefunden, warum Jugendliche Influencern folgen und welche Gefahren das haben kann:

Vorteile

Nachteile

Sie bringen Spaß und Ablenkung, sie sind cool und witzig und sind manchmal fast wie Freunde.

Sie tun manchmal gefährliche Dinge und andere machen das nach. Viele verbringen zu viel Zeit mit Influencern.

Man kann Teil von einer Community sein und andere kennenlernen, die so sind wie man selbst ist. Manche Influencer sind unehrlich und geben ihr Interesse nur vor, um Klicks zu bekommen.
Sie reden über Dinge, die einen interessieren. Sie reden manchmal über Themen, für die Kinder noch zu jung sind.
Man kann Tipps von ihnen bekommen, wie etwas geht, was man sich kaufen sollte, was in ist usw. Influencer machen oft Werbung und wollen Geld verdienen. Einige sind dabei nicht immer ehrlich.

– Influencer können dir viel geben: Ablenkung, Tips, Spaß. Richtige Freundschaft findest du aber nur bei echten Menschen in deinem Umfeld.
Manche Influencer sind nicht “echt”. Sie spielen eine Rolle und geben sich als ein anderer aus, um möglichst viele Klicks zu bekommen oder bekannt zu werden.
– Vielen Influencern macht ihre Arbeit Spaß – aber es ist immer noch ihre Arbeit, mit der sie Geld verdienen wollen. Denke daran, wenn sie Werbung für bestimmte Produkte machen. Recherchiere immer, ob du bessere Produkte bei anderen Anbietern günstiger bekommst und vertraue Influencern nicht blind. Prüfe, ob die Influencer ihre Werbung kenntlich gemacht haben.
– Unsere Mitschüler haben angegeben, dass ihre Eltern oft nicht gut finden, wem sie folgen. Sei doch mal so mutig und zeig deinen Eltern, was du dir anschaust und erkläre, wieso.
– “to influence” heißt auf Deutsch beeinflussen. Frage dich ab und zu, ob auch du von einem Influencer beeinflusst wirst, wie zum Beispiel in deinem Verhalten oder in deinem Geschmack, in deinen Hobbys und so weiter. Überlege, ob du das wirklich möchtest.

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