Konzept

Digitales Geschichtenerzählen

Die Medienbande ist ein Projektkurs der 7ten Klassen der Stadtteilschule Niendorf, Hamburg. Ab dem Schuljahr 2018/2019 treffen wir uns regelmäßig in Redaktionskonferenzen, um Geschichten zu erstellen, die uns und die Welt bewegen.

Wir lernen den Einsatz verschiedener journalistischer Stilmittel und deren Umsetzung mit unterschiedlichsten (digitalen) Medien.
Wir erstellen Reportagen und führen Interviews, machen verschiedenste Ausflüge und verbinden uns mit anderen großen Medien-Machern in Hamburg.
Wir erarbeiten, wie wir Informationen recherchieren können und was wir tun müssen, damit aus ihnen eine gute Geschichte wird und in welchem Rechtsrahmen sich journalistisches Handeln  generell bewegen muss.
Wir lernen die Grundkenntnisse in u.a. Text-, Bild-, Audio- und Videobearbeitung, später auch in grafischer Programmiersprache.
Wir bringen unsere Geschichten über Newsletter, Podcasts, Vlogs, einen Blog und schließlich die eigene Homepage und social media Kanäle an die interessierte Leserin und den interessierten Leser.

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Medien sind Übermittler von Nachrichten und kein Selbstzweck. In diesem Sinne bauen die Schülerinnen und Schüler der Medienbande ihre Kompetenzen im EDV Bereich immer am konkreten Unterrichtsgegenstand auf — die Medienbande sucht zu ihren Geschichten das passende Medium und nicht andersherum. Darüber hinaus erstellen wir spannende Medienprodukte, die uns helfen, unsere Fähigkeiten in dem entsprechenden Bereich weiter auszubauen und unsere Geschichten noch lebhafter zu erzählen (z.B. Comics, Fotocollagen, Audioguides, Trickfilme, später vielleicht auch interaktive Videos oder sogar eine App).

Beschäftigen sich Kinder aber nicht sowieso schon zu viel mit Handy, Playsi & TV? Wieso sollten sie das auch noch in der Schule tun?

Weil man Medien lernen kann. Die Medienkompetenz des Einzelnen bestimmt über die jeweiligen Nutzungsmöglichkeiten. Das geht bei einer zielführenden Internetrecherche los und endet womöglich in einer Online-Petition für eine gute Sache. Wie auch immer die Zukunft meiner Schüler aussehen wird - es wird eine digitale sein - und da möchte Niemand den Anschluss verpassen. Die Medienbande versucht, der Digitalisierung der Schule — und des Lebens — in dem Sinne zu begegnen, als dass ein Großteil der zu bearbeitenden Aufgaben digital aufbereitet und verteilt wird. Hierfür nutzen wir u.a. Iserv und Schulcommsy, die konkrete Organisation der Ressortarbeit erfolgt über ein Trello-board. Im Projektkurs dürfen die Bandenmitglieder neben den Laptops und Computern der Schule auch eigene Geräte nutzen (bring your own device). Hierdurch erkennen sie einen konkreten Nutzen ihrer Bemühungen auch für das eigene Leben, da erlernte Fähigkeiten direkt zuhause am selben Gerät weiter trainiert und auch für private Zwecke genutzt werden können. Nicht zuletzt gehört zu Medienkompetenz auch die kritische Distanzierung zum Objekt. Siehe: Influencer - Dein Freund im Netz?

Und dann sitzen da alle den ganzen Tag am Computer und arbeiten so vor sich hin?

Nein. Die Arbeit an den Devices erfolgt immer zielgerichtet. Diese "Ziele" werden von den Ressortleitern "Politik", "Sport", "Unterhaltung", "Schulleben", "Inside Medienbande", "Kultur" und ganz frisch "Medienentertainment" in den regelmäßigen Redaktionssitzungen diskutiert und an die einzelnen Redakteure weitergegeben. Niemand arbeitet für sich allein, sondern immer in Gruppenarbeit - kooperativ & kollaborativ - auch über das Internet. Das bedeutet nicht, dass immer alle Schülerinnen und Schüler zur selben Zeit dasselbe lernen und tun. Vielmehr soll jede/r Einzelne die Fähigkeiten erlernen, die  für die Umsetzung eines konkreten Themas benötigt werden um diese zu einem späteren Zeitpunkt an andere Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.

Und wie sieht es mit dem "Chefredakteur" aus? Hat der 'nen Plan?

Das Konzept der Medienbande gründet auf einer längeren Überlegung zu Inhalten und Kompetenzen, die hier einzusehen ist. Für alle Jahrgangsstufen wurden Inhaltsfelder und Aufgabentypen in Niveaustufen benannt und mit dem Spiralcurriculum der STSN abgeglichen. Auf vielen Gebieten leistet der Kurs hierbei Pionierarbeit an der Schule. Neben rein inhaltlichen Kompetenzen, die Anwendung verschiedener journalistischer Stilmittel, den korrekten Gebrauch der deutschen Sprache, das Verständnis digitaler Prozesse und Arbeitsweisen und die Durchdringung des rechtlichen Rahmens journalistischen Handelns (insbesondere im Internet) betreffend, bauen die Schülerinnen und Schüler während den drei Jahren Projektarbeit vielfache Kompetenzen auch auf affektiver und sozialer Ebene auf.

Und wenn der Plan mal nicht aufgeht?

Dann wird eben umgeplant. Die Medienbande liebt und lebt die Freiheiten, die uns projektorientiertes Lernen gibt. Sollte auch der Chefred. mal nicht weiterwissen, kann er sich getrost auf seine Redakteure verlassen. "Neue Medien" sind nämlich alles andere als "neu" für die Schülerinnen und Schüler der Medienbande; sodass sie mit den meisten Dingen bereits sehr gut zurecht kommen. Während den drei Modulen werden Experten zu verschiedenen Themenbereichen in den Unterricht eingeladen (Journalisten, Fotografen, Designer etc.), die den Schülerinnen und Schülern dabei helfen, ihre Kompetenzen weiter auszubauen und einen realitätsnahen Einblick in die entsprechenden Berufsfelder zu erlangen. Im Gegenzug wird die Medienbande auch selbst mobil: Wir machen Unterrichtsgänge zu Recherchezwecken oder schauen uns die Arbeit in anderen Redaktionen vor Ort an. Gegebenenfalls wird die Medienbande von anderen Kursen eingeladen, um über Theateraufführungen, Sportfeste oder Ausstellungen digital zu berichten. Schließlich wird sich während den drei Jahren Projektarbeit zeigen, ob sich außerschulische Kooperationen auftun, z.B. mit einer Zeitung, einem Radiosender oder mit Einrichtungen der Jugendarbeit, oder ob wir an Wettbewerben zum digitalen Lernen teilnehmen können. Generell gilt: Projektorientiertes Lernen ist bunt, manchmal unkonventionell, sehr oft anstrengend, aber immer spannend und kann - richtig umgesetzt - unglaublich tolle Ergebnisse erzielen.