Die Medienbande beim Hamburger Abendblatt

Wer im Journalismus hoch hinaus will, muss sich ganz schön anstrengen. Das konnte die Medienbande am 11.12.2018 am eigenen Leib erfahren. Um die Redaktion des Hamburger Abendblatts zu besichtigen, mussten wir nämlich in die vierte Etage gelangen – zu Fuß – in Zweierreihen! Doch jede einzelne Treppenstufe hat sich gelohnt:

 

Den Kontakt zum Hamburger Abendblatt hat die Medienbande über Frau Jahn vom Niendorfer Wochenblatt bekommen. Eine Anfrage zu einer Redaktionsbesichtigung schlug sie mit sehr freundlichen Worten aus: “Alle Redakteure des Niendorfer Wochenblatts arbeiten von zuhause aus” – bei einer Besichtigung ihres Redaktionsbüros könne sie der Medienbande also leider nicht viel zeigen und die medienübergreifenden Anforderungen an Journalisten weniger eindrucksvoll verdeutlichen, wie es größere Redaktionen könnten. Frau Jahn setzte sich daher über ihr Netzwerk der Funke Mediengruppe eigeninitiativ mit dem Hamburger Abendblatt, einer der größten Tageszeitungen Deutschlands, in Verbindung und machte sich für eine Redaktionsführung stark. Die Medienbande dankt Frau Jahn für ihren großartigen Einsatz, der uns eine Einblicke der ganz besonderen Art beschert hat.

Der folgende Text ist eine Zusammenstellung verschiedener Schülerberichte zu dieser Redaktionsführung.

Die Medienbande – das waren an diesem Tag 18 Schülerinnen und Schüler, ihr Projektkurslehrer Herr Höfner, die Schulleiterin Frau Kühne und die didaktische Leiterin der Stadtteilschule Niendorf Frau David ,durften im großen Konferenzraum des Hamburger Abendblattes platznehmen und wurden von Berndt Röttger, dem stellvertretenden Chefredakteur des Hamburger Abendblattes empfangen. Herr Röttger nahm sich zwei Stunden für uns Zeit, obwohl sein Terminkalender immer voll ist und vor und nach unserem Besuch Konferenzen anstanden. “Die erste Konferenz beginnt jeden Tag um 10:30Uhr”, so Herr Röttger. In dieser Sitzung wird besprochen, wie weit die Texte sind und an welchen Themen als nächstes in den verschiedenen Ressorts gearbeitet werden soll. Das Hamburger Abendblatt hat ungefähr 140 Redakteure, die aber nicht alle für den Print sondern auch für den Onlineauftritt arbeiten. Das Hamburger Abendblatt erschien das erste mal im Jahr 1948. Es gab aber nur eine Zeitungsdruckmaschine in Hamburg, die den Krieg überstanden hatte, also mussten sich alle Zeitungen diese Maschine teilen. Das Hamburger Abendblatt erschien deswegen erst spät am Abend bei den Lesern und hat daher seinen Namen bekommen. Mittlerweile erscheint es am Morgen bei ungefähr 170000 Lesern in ganz Deutschland. Das E-Paper bringt es auf 30.000 Leser und die Internetseite www.abendblatt.de wird monatlich ca. neun Millionen Mal besucht.

Das Hamburger Abendblatt wurde von Axel Springer gegründet. Früher gab es eine Sonntagsausgabe des Abendblatts, die “Abendblatt am Sonntag” hieß, später wurde daraus die “Bild am Sonntag”. Im Jahr 2014 verkaufte der Axel Springer Konzern das Abendblatt an die Funke Mediengruppe. Herr Röttger betont, dass ihm und seiner Zeitung Hamburg ganz besonders am Herzen liegt und setzt darauf, dass wir Hamburger die Zeitung lesen und auch kaufen. Damit aber auch Kinder und Jugendliche die Zeitung lesen haben sie extra jedes Mal eine Kinder Seite mit drin – diese Seite wird aber auch von den Erwachsenen gerne gelesen. Während man auf der Internetseite Werbung sehen kann, verzichtet das Hamburger Abendblatt in der Print-Ausgabe vollständig auf Werbung – “Es gibt eine klare Grenze zwischen Redaktion und Werbung” – so Herr Röttger. Natürlich passieren auch bei einem so großen Unternehmen wie dem Hamburger Abendblatt mal Fehler: Einmal musste die laufende Produktion einer Zeitung gestoppt werden und die Druckerpressen angehalten werden, weil zu früh ein Wahlergebnis abgedruckt wurde, das dann aber nicht stimmte. “Wichtig ist, dass jeder Fehler nur einmal passiert und man herausbekommt, wieso er gemacht wurde, um ihn in der Zukunft zu vermeiden”, so Herr Röttger.

Nach unserer Fragerunde haben wir noch eine kurze Redaktionsführung durch die verschiedenen Ressorts bekommen. Es war beeindruckend, wie gut das Abendblatt technisch ausgestattet ist – viele Redakteure arbeiten mit zwei oder mehr Bildschirmen gleichzeitig, um die Agenturmeldungen mitzubekommen. Der Besuch beim Hamburger Abendblatt war sehr informativ und hat uns großen Spaß gemacht. Vielen Dank Abendblatt!

 

Was ist Kuna?

Amelie und Zara aus der Medienbande haben Jessica und Eva aus dem Projektkurs “Kunst der Natur” interviewt.

MB: Eva und Jessica, als erstes würden wir gerne wissen, warum ihr den Kurs gewählt habt.
Jessica/Eva: Im Kurs werden genau die Themen behandelt, für die wir uns interessieren.
MB: Ihr seid jetzt schon fast ein halbes Jahr im Projektkurs „Kunst der Natur“ – was habt ihr denn bisher schon gemacht?
Jessica/ Eva: In der ersten Stunde haben wir viel über das Thema Natur geredet und haben eine kleine Präsentation gemacht und eine eigene Mappen designt. Letzte Stunde waren wir auf dem Weihnachtsmarkt und haben Weihnachtsgeschenke und Karten gebastelt.
MB: Euer Projektkurs heißt „Kunst der Natur“. Gibt es eigentlich einen Zusammenhang zwischen den Namen des Kurses?
Eva: Nein wir reden über Natur und Zeichnen, es gibt keinen direkten Zusammenhang.
MB: Was gefällt euch denn am besten?
Eva: Mir gefällt, dass die Schüler und Lehrer so nett sind.
MB: Sind denn noch andere Freunde von euch im Projektkurs oder habt ihr ihn “nur” aus Interesse gewählt?
Jessica: Also ein paar kennt man ja immer aber wir haben nur aus Interesse gewählt.
Eva: Außerdem würde es auch nichts bringen wenn man in einem Kurs mit seinen Freunden ist aber man sich gar nicht für das Thema interessiert. Außerdem ist es toll, mal andere kennenzulernen.
MB: Fiel es euch denn leicht eine Gemeinschaft zu werden?
Eva: Ja, wir haben Kennenlernspiele gespielt und sind jetzt eine richtige Gruppe geworden.
Jessica: Ja, und jetzt gehe ich immer fröhlich in den Kurs.